Großes Fußballfest bei 96-Auftritt in Ilten

Rund 2.200 Fans von Hannover 96 strömten am Sonntag Vormittag in die Wahre-Dorff-Arena in Ilten, um dort das letzte Mal in dieser Saison ihre Idole zu sehen, die in dieser Spielzeit die Qualifikation für die Euro League geschafft haben. Die „Roten“ konnten sich gleich international beweisen, kamen allerdings gegen den tunesischen Tabellenachten Club Athletique Bizertin nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. Doch das Ergebnis war bei diesem Fußballfest eher nebensächlich.

Machten Stimmung: Die Gäste-Fans
Machten Stimmung: Die Gäste-Fans

Auch dieses Jahr hatte das Klinikum Wahrendorff wieder das Spiel des Kooperationspartners Hannover 96 organisiert und nichts dem Zufall überlassen. Man hatte extra für das Ereignis eine Tribüne für circa 1000 Zuschauer aufbauen lassen und in den letzten Tagen insgesamt 50 Tonnen Sand auf das Spielfeld gekippt, damit der leicht ramponierte Platz auch bespielt werden konnte. Mit der Einladung des tunesischen Klubs war ein weiterer Glücksgriff gelungen. Den afrikanischen Gästen machte der Aufenthalt in Deutschland sichtlich Spaß und sie hatten sogar ein paar Fans mitgebracht, die ordentlich Stimmung machten. Auch die Profis des vierfachen Meisters waren sich nicht zu Schade, in der Halbzeitpause mit einigen Iltenern Nachwuchskickern ein paar Bälle zu spielen. Bizertin überzeugte aber auch spielerisch. „Sie waren richtig motiviert“, gab auch 96-Präsident Martin Kind zu, dessen Mannschaft zu Beginn ein wenig überrascht schien. Allerdings hatte man nicht, wie in den Testpielen zuvor, gegen den Erstligisten eine B-Elf auf das Feld geschickt. Didier Ya Konan stürmte an seinem 27. Geburtstag gleich von Beginn an. Und auch die Aufstellung von Torwarttalent Ron-Robert Zieler, dem Tunesier Karim Haggui sowie Emanuel Pogatetz zeigte, dass die 96er den Test durchaus ernst nehmen. Ebenfalls in der Startelf standen Mikael Forssell und Costant Djapka, die in Ilten ihr letztes Spiel für Hannover 96 machten und sich bei ihrer Auswechslung nochmal von den 96-Fans verabschiedeten. Des Weiteren waren mit Erdac Agdari, ein A-Jugendlicher, und Deniz Aycicek, aus der U23, zwei Spieler dabei, die in der nächsten Saison einen Profivertrag bekommen sollen. Beide zeigten eine starke Partie und bestätigten das neue 96-Konzept. „Wir wollen jede Saison mindestens einen Nachwuchsspieler für die Profis gewinnen. Momentan haben wir einige Talente, die, wie wir glauben, durchaus gute Chancen haben“, erklärte Martin Kind.

Unter den strengen Augen von FiFA-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, die demnächst bei der Frauen-Weltmeisterschaft pfeift, und ihren Assistenten Lars Becker und Robert Schröder starteten die Tunesier deutlich besser in die Partie. Bereits nach sieben Minuten gab Youssoudha M´Bengue den ersten Warnschuss ab. Dieser ging aber deutlich über das Tor. Viel gefährlicher war jedoch die Möglichkeit von Haytem Ben Salem (24.), den der Österreicher im Diensten von Hannover 96 Emanuel Pogatetz in letzter Sekunde abblockte. Das Team von Trainer Mirko Slomka hatte in der ersten Hälfte hingegen fast keine Offensivszenen. Die Zuschauer bekamen nicht die berühmten 10-Sekunden-Angriffe zu sehen, sondern viel zu viele Querpässe. Lediglich Geburtstagskind und bester 96-Torschütze Ya Konan hatte nach einer halben Stunde einen halbwegs gefährlichen Schuss abgefeuert, der am linken Pfosten vorbeirauschte. Auf der anderen Seite bekam Ron-Robert Zieler einiges zu tun. Erst fischte er einen starken Distanzschuss von M´Bengue, den 96 nie richtig in den Griff bekam, aus dem Winkel (34.), dann hatte er Glück, dass Mario Eggimann M´Bengue in guter Position gerade noch so am Torschuss hindern konnte.

 

Die beste 96-Möglichkeit
Die beste 96-Möglichkeit

Die Tunesier hatten in der ersten Hälfte ihre spielerischen Defizite durch Kampf und Einsatz wett gemacht und Hannover 96 ganz nah vor ein Gegentor gebracht. Eine „packende Partie“ wie es der Stadionsprecher beschrieb, war das Spiel vor der Pause aber noch lange nicht. Nach dem Wiederanpfiff merkte man jedoch, dass die „Roten“ ihre Fans nicht mit einem torlosen Remis nach Hause schicken wollten. Sie waren deutlich agiler und spielten sich gute Möglichkeiten heraus. Mikael Forssell (50.) und Constant Djapka (58.) hätte fast noch ein Abschiedstor gemacht. Die größte 96-Gelegenheit hatte allerdings ein Junger. Der 20-jährige Deniz Aycicek verpasste jedoch den starken Pass von Lars Stindl vor dem leeren Tor nur um Zentimeter (64.). Aber auch Bizertin blieb gefährlich. Der eingewechselte Ersatzkeeper Marcus Miller musste einen ordentlichen Wums (66.) mit einer Glanzparade abwehren und auch bei der Möglichkeit von Hassen Harboui (72.) war er zur Stelle. „Zum Ende des Spiels gab es gute Chancen auf beiden Seiten“, erkannte auch Wahrendorff-Geschäftsführer Alfred Jeske. Zunächst vergab der Schweizer Mario Eggimann aus guter Position (75.) und zehn Minuten vor Spielende hätte Ya Konan im Strafraum beinahe seinen gefürchteten Schuss ausgepackt, doch er wurde gerade noch so gestoppt. Aber auch Miller wurde weiterhin gefordert. Erneut Harboui zwang ihn zu einer Glanzparade (81.), ehe Schlaudraff auf der Gegenseite sechs Meter vor dem Tor von Sylla am fast sicheren Tor gehindert wurde. Die einzige Gelbe Karte in einer fairen Partie sah DeMarcus Beasley eine Minute vor Spielende in einer kleinen Rangelei mit seinem Gegenspieler und so konnte Bibiana Steinhaus pünktlich abpfeifen.

Autogrammjäger stürmten das Feld
Autogrammjäger stürmten das Feld

Der Schlusspfiff war noch nicht beendet, da stürmten schon hunderte Autogrammjäger auf den Platz. Die 96-Spieler Christian Schulz, Karim Haggui, Konstatin Rausch und Deniz Aycicek ließen sich am besonderes viel Zeit mit den Fans und gaben eine halbe Stunde nach Spielende immer noch die begehrten Unterschriften sowie auch die Tunesier, die Sympathisanten unter den Zuschauern gewonnen hatten. „Die tunesische Mannschaft hat heute gezeigt, dass die internationale Latte deutlich höher liegt“, erklärte Alfred Jeske, bekennender 96-Fan nach der Partie. Das sieht auch Martin Kind so: „Die Euro League ist eine Herausforderung auf die ich mich sehr freue.“ Jetzt hätten die Spieler aber erst einmal Sommerpause. „Für die kommende Saison werden wir den Kadern auf vier Positionen verbreitern“, erklärte der 96-Präsident. Alfred Jeske war mit dem Testspiel vollends zufrieden: „Es war ein guter Abschluss eines erfolgreichen Jahres.“

 

Hannover 96: Zieler (45. Miller) – Eggimann, Haggui (45. Cahed), Pogatetz (45. Rausch), Agdari – Pinto, Stindl, Stoppelkampf (45. Beasley), Djapka (60. Aycicek)– Forssell (60. Schlaudraff), Ya Konan

 

Club Athlétique Bizertin: Ben Mustafa, Baratli, Ben Amor, Bel Hadj Mabrouk, Hamizi, Irathni, Jabbari, Mbarki, Mbengue, Slama, Sylla

 

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Sonntag den  17.11.2013 14 Uhr:  SpVgg Niedersachsen Döhren - MTV Ilten,   Schützenallee  |  30519 Hannover

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